Sexualstrafrecht
„Eine Rose hat Dornen – Tipps für Teamer“

Im Rahmen von Veranstaltungen der Kinder und Jugendarbeit ergeben sich für die Jugendgruppenleiter immer wieder Situationen, die einen Bezug zu Normen des Sexualstrafrechts haben. Von Betreuern wird erwartet, dass sie mit den Standardfragen aus diesem Bereich vertraut sind und in entsprechenden Situationen richtig reagieren. Nachfolgend werden daher die häufigsten Problemkonstellationen und Tipps für Teamer dargestellt.

Problemkonstellationen für Jugendgruppenleiter

Problematische Konstellationen ergeben sich für Jugendgruppenleiter bei Veranstaltungen in der Kinder- und Jugendarbeit insbesondere dann, wenn es zu engeren freundschaftlichen Kontakten zu den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen kommt. Auch die Anbahnung engerer Kontakte unter den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen kann zu Problemen führen. Des weiteren eröffnen auch sexualpädagogische Maßnahmen ein weites Feld für juristische Diskussionen.

1. Engere Kontakte zu den Kindern und Jugendlichen

Wenn wir einmal eindeutige Fälle des sexuellen Missbrauches von Kindern außen vor lassen, so stellt sich die Frage nach zu engen Kontakten zwischen Betreuer und Teilnehmer der Veranstaltung in aller Regel dann, wenn der Betreuer durch sein mehrdeutiges Verhalten Anlass für bestimmte Erwartungshaltungen bei den Teilnehmern gibt. Insbesondere dann, wenn jüngere Teamer nicht wesentlich älter sind als die ältesten Teilnehmer der Veranstaltung, nehmen die Teilnehmer diese Teamer eher als Gleichaltrige und weniger als Betreuer wahr. Aus einem „Anhimmeln des Schwarms“ kann dann schnell eine konkrete Erwartungshaltung entstehen. Zur Vermeidung problematischer Situationen sollte der Teamer in solchen Fällen auf diplomatische Art eine Grenze ziehen. Oftmals genügt schon die eher beiläufige Erwähnung einer Freundin bzw eines Freundes, um allzu euphorische Hoffnungen zu dämpfen.

2. Engere Kontakte zwischen Teilnehmern untereinander

Engere Kontakte unter jüngeren Kindern haben in aller Regel einen rein freundschaftlichen Charakter. Zwischen den Jugendlichen als den „Großen“ und jüngeren Kindern als den „Kleinen“ kommt es erfahrungsgemäß eher wenig zu engeren und problematischen Kontakten, weil die „Großen“ sich nicht mit den „Kleinen“ abgeben wollen. Verbleiben also die Fälle engerer Kontakte zwischen Jugendlichen. Oftmals reisen gerade Jugendliche mit der Erwartung an, andere Jugendliche näher kennenzulernen. Ein bloßer Ferienflirt ist für sich genommen auch noch nicht problematisch. Allerdings sollte sich ein Jugendgruppenleiter auf keinen Fall darauf verlassen, dass die Jugendlichen es bei einem harmlosen Flirt und ein wenig Lagerfeuerromantik bewenden lassen wollen. Die Betreuer sollten daher stets ein Auge darauf haben, ob sich Pärchen unter den Teilnehmern aus der übrigen Gruppe zurückziehen. Bei der Anbahnung sexueller Handlungen sollte eingeschritten werden. Die betreffenden Teilnehmer sollten im Auge behalten werden, da sie

3. Streitthema Sexualpädagogik

Das Thema Sexualpädagogik bietet reichhaltigen Diskussionsstoff für hitzige Debatten zwischen Pädagogen und Juristen. Tatsache ist, dass das Thema Sexualität gerade für Jugendliche einen enormen Stellenwert hat. Tatsache ist auch, dass viele Jugendliche trotz der heute schier unerschöpflichen Informationsmöglicheiten das Interesse an einem Austausch zu den verschiedenen Aspekten des Themas äußern. Hierauf sollten Jugendgruppenleiter vorbereitet sein.

Das Recht gibt den Rahmen vor !

Die Rahmenbedingungen für die Durchführung sexualpädagogischer Maßnahmen ergeben sich aus den gesetzlichen Regelungen und den Vorgaben der Rechtsprechung. Da Maßnahmen zur Sexualaufklärung beispielsweise in Konflikt zu Erziehungsmaßstäben der Erziehungsberechtigten treten können, sollten entsprechende Maßnahmen nur in Abstimmung mit den Erziehungsberechtigten erfolgen. Bei Fragen von Kindern und Jugendlichen sollte der Betreuer auf die Frage altersgerecht antworten, ohne dass die Antwort ein umfassendes Gespräch erwarten lässt.

Der rechtliche Rahmen muss pädagogisch sinnvoll ausgefüllt werden.

Sexualpädagogische Ansätze sollten nur nach reiflicher Überlegung umgesetzt werden und dürften ohnehin nur in Betracht kommen, wenn im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit bereits seit einiger Zeit Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen besteht. Im Rahmen einmaliger oder kurzfristiger Versanstaltungen sollte von der Umsetzung sexualpädagogischer Ansätze abgesehen werden.

Fazit

Engere Kontakte zwischen Jugendgruppenleiter und Teilnehmer sollten ganz unterbleiben. Bei engeren Kontakten zwischen den Teilnehmern sollte der Betreuer einschreiten. Die Umsetzung sexualpädogogischer Ansätze begegnet unter rechtlichen Gesichtspunkten erheblichen Bedenken.

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