Sexualstrafrecht kurz erklärt
Die wichtigsten Informationen im Überblick

Das Sexualverhalten ist sicher einer der intimsten Bereiche des Privatlebens. Es stellt sich daher ganz grundsätzlich die Frage, warum der Gesetzgeber diesen Bereich zum Gegenstand strafrechtlicher Normen macht. Mit den nachfolgenden Ausführungen soll deshalb ein kurzer Überblick zum Hintergrund der sexualstrafrechtlichen Regelungen gegeben werden.

Freiheit braucht Schutz

Auch in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung muss die Freiheit jedes einzelnen dort ihre Grenzen finden, wo die Freiheit eines anderen beeinträchtigt wird. Dieser Anspruch gilt selbstverständlich insbesondere im Bereich des Sexualverhaltens. Die Vornahme sexueller Handlungen gegen den Willen einer anderen Person würde sich beispielsweise als Beeinträchtigung des Rechtes der betroffenen Person auf sexuelle Selbstbestimmung darstellen. Mindestens ebenso wichtig wie das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist jedoch eine ungestörte Sexualentwicklung. Es liegt auf der Hand, dass frühzeitige und/oder sozialschädliche Sexualkontakte eine solche ungestörte Sexualentwicklung beeinträchtigen können. Gerade Kinder und Jugendliche bedürfen daher eines besonderen Schutzes vor sexueller Ausbeutung. Ausgangspunkt der Beschäftigung mit dem Sexualstrafrecht sollte also die Maxime sein, dass die Normen des Sexualstrafrechtes nicht in erster Linie Freiheit beschränken, sondern diese im Gegenteil ermöglichen und absichern sollen.

Der Begriff der sexuellen Handlung

Es mag ein wenig überraschen, aber der Begriff der sexuellen Handlung ist im Gesetz nicht definiert. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass der Begriff im Zusammenhang mit den jeweiligen Normen des Sexualstrafrechts höchst streitig diskutiert wird. Nähere Informationen zum Begriff der sexuellen Handlung haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt unter:

Schutzaltergrenzen im Sexualstrafrecht

Die Normen des Sexualstrafrechts werden oftmals als unübersichtlich empfunden, weil die Tatbestände zum Teil an verschiedene Schutzaltergrenzen anknüpfen. Der Grund hierfür liegt in der beabsichtigten Unterscheidung verschiedener Fallkonstellationen, was durchaus Sinn macht. So bedürfen Kinder ohne Zweifel eines weiterreichenden Schutzes als Jugendliche. Einen Überblick über die wichtigsten Normen gibt es im Beitrag:

Problemkonstellationen für Jugendgruppenleiter

Problematische Konstellationen ergeben sich für Jugendgruppenleiter insbesondere dann, wenn es zu engeren freundschaftlichen Kontakten zu den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen kommt. Missverständliche Handlungen können aufgrund von Erwartungshaltungen sehr schnell unangenehme Nachfragen provozieren. Auch die Anbahnung engerer Kontakte unter den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen kann zu Problemen führen. Des weiteren eröffnen auch sexualpädagogische Maßnahmen ein weites Feld für juristische Diskussionen. Hinweise für die Arbeit von Betreuern haben wir deshalb zusammengestellt unter:

Fazit

Bei Veranstaltungen der Kinder- und Jugendarbeit stellen sich immer wieder Fragen mit Bezug zu Normen des Sexualstrafrechts. Betreuer sollten daher mit den wichtigsten Regelungsinhalten der Normen im Sexualstrafrecht vertraut sein und in problematischen Situationen entsprechend eingreifen, um eine Haftung zu vermeiden.

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