Haftung – kurz erklärt

Haftungsfragen resultieren aus den Folgen einer Aufsichtspflichtverletzung. Aus den gesetzlichen Regelungen des Haftungsrechts ergibt sich, wer unter welchen Voraussetzungen für ein bestimmtes Verhalten oder einen eingetretenen Schaden einzustehen hat.

Grundsätzlich sollten Jugendgruppenleiter natürlich bestrebt sein, ihre Aufsichtspflicht ordnungsgemäß zu erfüllen. Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kann es jedoch „im Eifer des Gefechts“ immer wieder zu leichten Verletzungen wie Schürfwunden und kleineren Sachschäden wie beschädigten Kleidungsstücken kommen. Führt eine Aufsichtspflichtverletzung jedoch zu schwerwiegenden Verletzungen oder zu größeren Sachschäden, stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit.

Zivilrechtliche und Strafrechtliche Haftung

Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen der zivilrechtlichen und der strafrechtlichen Haftung:

Die zivilrechtliche Haftung bezieht sich auf den Ausgleich eines Schadens zwischen Bürgern untereinander. Wenn einem Aufsichtsbedürftigen ein Schaden entsteht, kann gegebenenfalls Schadensersatz verlangt werden. Die häufigsten Fragen zur zivilrechtlichen Haftung haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt unter:

Die strafrechtliche Haftung bezieht sich auf die Bestrafung von gesetzeswidrigen Verhaltensweisen einzelner Bürger durch den Staat. Wenn ein Aufsichtspflichtiger einen Straftatbestand verwirklicht, droht ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren und gegebenenfalls eine Verurteilung. Die häufigsten Fragen zur strafrechtlichen Haftung haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt unter:

Haftung nur bei Verschulden

Eine zivilrechtliche oder strafrechtliche Haftung des Aufsichtspflichtigen kommt in Betracht, wenn aufgrund einer Aufsichtspflichtverletzung ein Schaden entstanden ist oder ein Straftatbestand verwirklicht wurde. Voraussetzung ist allerdings ein Verschulden des Aufsichtspflichtigen.

Etwas unmögliches kann von niemandem verlangt werden. Verschulden bedeutet, dass ein bestimmtes Verhalten oder ein entstandener Schaden in vorwerfbarer Weise verursacht oder mitverursacht wurde. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten des Verschuldens: Vorsatz und Fahrlässigkeit. Vorsatz bezeichnet absichtliches Handeln, Fahrlässigkeit bezeichnet unabsichtliches nachlässiges Verhalten.

Je nach Rechtsgebiet gilt ein unterschiedlicher Haftungsmaßstab. Die Unterscheidung zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit kann daher Auswirkungen auf die Haftung haben. Weitere Erläuterungen zu Verschuldensfragen gibt es im Beitrag:

Fazit

Selbstverständlich hofft jeder, der ehrenamtlich oder hauptamtlich in der Jugendarbeit tätig ist, dass es nicht zu einer Aufsichtspflichtverletzung mit Schadensfolgen kommt. Gleichwohl ist es sinnvoll, sich mit den Haftungsfolgen einer Aufsichtspflichtverletzung auseinanderzusetzen. Entsprechende Kenntnisse können beispielsweise in Diskussionen mit Eltern oder den anderen Jugendgruppenleitern im Team hilfreich sein.

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