Haftung
FAQ Strafrechtliche Haftung

Es gibt ja bekanntlich keine dummen Fragen. Aber es gibt Fragen, die immer wieder gestellt werden. Nach dem Motto „Kurze Frage – Kurze Antwort“ haben wir daher die aus unserer Erfahrung häufigsten Fragen zur Thematik der strafrechtlichen Haftung in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.

Wann kommt eine strafrechtliche Haftung in Betracht?

Eine strafrechtliche Haftung kommt grundsätzlich in Betracht, wenn aufgrund einer Aufsichtspflichtverletzung rechtswidrig und schuldhaft ein Straftatbestand verwirklicht worden ist.

Welche Folgen ergeben sich aus einer strafrechtlichen Haftung?

Bei der strafrechtlichen Haftung geht es um die Bestrafung sozialschädlicher Verhaltensweisen durch Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

Wer muss strafrechtlich haften?

Es haftet grundsätzlich der Täter, also derjenige, der den Straftatbestand selbst verwirklicht hat. Daneben kann aber selbstverständlich auch der Anstifter oder Helfer bestraft werden.

Wer kann Strafanzeige erstatten?

Strafanzeige kann jeder erstatten. Mit einer Strafanzeige wird den Ermittlungsbehörden lediglich ein Sachverhalt mitgeteilt. Die Ermittlungsbehörden ermitteln dann in eigener Verantwortung.

Wer muss das strafbare Verhalten beweisen?

Die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde muss den Tatvorwurf nachweisen. Es gilt der altbekannte Grundsatz: Jeder gilt solange als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist.

Muss der Beschuldigte an der Sachverhaltsaufklärung mitwirken?

Grundsätzlich muss sich niemand selbst belasten. Der Beschuldigte hat das Recht zu schweigen. Dies darf auch nicht zu Lasten des Beschuldigten gewertet werden.

Stehe ich „mit einem Bein im Knast“, wenn ich als Betreuer tätig bin?

Nein. Die sprichwörtliche Warnung „Wer in der Jugendarbeit tätig ist, steht mit einem Bein im Gefängnis“ ist nur die halbe Wahrheit. Zu berücksichtigen ist stets, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tendenziell mit der Gefahr von Verletzungen und Sachschäden verbunden ist. Harmlose Verletzungen wie Abschürfungen oder kleinere Sachschäden wie beschädigte Bekleidung führen daher kaum zu strafrechtlichen Haftungsproblemen. Schwerwiegende Verletzungen oder größere Sachschäden werfen dagegen selbstverständlich stets auch die Frage nach einer etwaigen strafrechtlichen Verantwortung auf.

Fazit

Eine strafrechtliche Haftung wird in aller Regel nur bei Personen- oder Sachschäden in Betracht kommen. Da jedoch bereits kleine Fehler bei der Erfüllung der Aufsichtspflicht zu schweren Verletzungen oder größeren Sachschäden führen können, sollte die Aufsichtspflicht um so sorgfältiger erfüllt werden.

Weiterführende Informationen

Informationen zum besseren Verständnis der Verschuldensproblematik sind in unserem Beitrag:

Für welche Verhaltensweisen de facto eine echte Haftungsproblematik besteht, beleuchtet der Beitrag:

Tipps für den „sicheren Weg in die Haftung“ haben wir in einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag zusammengestellt:

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