Aufsichtspflicht
Gefahrenquelle Eisflächen – Tipps für Teamer

Zugefrorene Teiche und Tümpel üben eine geradezu magische Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Trotz der bekannten Warnungen kommt es daher immer wieder zu Unfällen. Aufsichtspflichtige (Eltern/Lehrer/Jugendgruppenleiter) sollten sich deshalb der Gefahrenquelle Eisflächen bewusst sein, um eine Unfälle durch Aufsichtspflichtverletzungen zu vermeiden. Für eine ordnungsgemäße Erfüllung der Aufsichtspflicht empfiehlt sich ein Vorgehen entsprechend den Einzelpflichten der Aufsichtspflicht.

1. Pflicht zur Information über Eisflächen

Aufsichtspflichtige Jugendgruppenleiter sollten sich bereits vor Veranstaltungsbeginn über die Gegebenheiten am Veranstaltungsort informieren. Hierzu zählen auch mögliche Gefahrenquellen wie z.B. Eisflächen auf dem Veranstaltungsgelände. Auch über zugefrorene Teiche und Tümpel in der näheren Umgebung sollten die Betreuer sich informieren. Vor Veranstaltungsbeginn sollte bei den zuständigen Behörden nachgefragt werden, ob die Eisflächen zum Betreten freigegeben worden sind. Üblicherweise sollten zugefrorene Seen erst betreten werden, wenn die Eisschicht mehr als 15 cm stark ist. Zugefrorene fließende Gewässer sollten erst betreten werden, wenn die Eisschicht mehr als 20 cm stark ist. Besondere Aufmerksamkeit sollte entsprechenden Warnungen in der Zeitung oder im Radio geschenkt werden. Dies gilt insbesondere, wenn es erst wenige Tage friert oder Tauwetter angesagt ist.

2. Pflicht zur Absicherung von Eisflächen

Zugefrorene Seen und Flüsse lassen sich als Gefahrenquellen kaum absichern. Wenn das Eis noch nicht trägt, können Warnhinweise an der Eisfläche sinnvoll sein. Ausreichend sind diese allein für eine ordnungsgemäße Erfüllung der Aufsichtspflicht aber selbstverständlich nicht.

3. Pflicht zu Belehrungen und Warnungen

Haben Betreuer Kenntnis von einer Eisfläche, muss diese Gefahrenquelle bei den Belehrungen thematisiert werden. Aus Haftungsgründen empfiehlt sich der Ausspruch eines unmissverständlichen Verbotes, Eisflächen ohne ausdrückliche Erlaubnis zu betreten. Detailierte Belehrungen zum Betreten von Eisflächen und zum Verhalten bei Unfällen bergen die Gefahr, als grundsätzliche Erlaubnis missverstanden zu werden. Begeben sich Jugendgruppenleiter mit Kindern und Jugendlichen auf eine freigegebene Eisfläche, sollte natürlich über folgende Punkte belehrt werden:

4. Pflicht zur tatsächlichen Aufsicht auf dem Eis

Selbstverständlich müssen die Teamer ihre Kinder und Jugendlichen auch beim Herumtollen auf dem Eis beaufsichtigen, damit in Gefahrensituationen sofort eingegriffen werden kann. Insoweit ergeben sich jedoch keine Besonderheiten zu anderen Aufsichtssituationen. Entscheidend ist, dass die Betreuer den Überblick behalten.

Sofern den Jugendgruppenleitern in der näheren Umgebung des Veranstaltungsortes Eisflächen bekannt sind, muss häufiger kontrolliert werden, dass sich niemand unerlaubt von der Gruppe entfernt hat. Die Verlockung ist schließlich recht groß.

5. Pflicht zum Eingreifen bei Gefahr

Selbst beim Betreten freigegebener Eisflächen sollten Betreuer auf den unwahrscheinlichen Fall der Fälle vorbereitet sein. Wenn jemand im Eis einbricht, so sind bei der Bergung/Rettung folgende Punkte zu beachten:

- In jedem Fall sollte unverzüglich ein Notarzt verständigt werden.

Fazit

Zugefrorene Wasserflächen sind immer Gefahrenquellen, die die Anforderungen an die Erfüllung der Aufsichtspflicht erhöhen. Jugendgruppenleiter sollten daher die besonderen Gefahren durch Eisflächen immer im Hinterkopf behalten. Es gilt der Grundsatz: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.

Weiterführende Informationen zum Thema Aufsichtspflicht finden Sie hier.