Aufsichtspflicht
Eingreifen – bevor es zu spät ist

Aufgrund der vertraglich übernommenen Aufsichtspflicht sind Jugendgruppenleiter verpflichtet, in einer Gefahrensituation einzuschreiten, bevor es zu einer Verletzung oder einem Sachschaden kommt. Hierbei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Vorbeugen: ausreichende tatsächliche Aufsicht

Um Gefahrensituationen von vornherein vorzubeugen, sollte eine ausreichende tatsächliche Aufsicht gewährleistet werden. Hinweise hierzu gibt es im Beitrag „Vertrauen ist gut – Aufsicht ist besser“.

Im Vorfeld von Konflikten: deeskalieren

Eine Gefahrensituation aufgrund von Streitereien zeichnet sich oftmals bereits im Vorfeld ab. Betreuer sollten daher nicht nur Aufsicht führen. Sie sollten hierbei vielmehr immer auf etwaige Anzeichen für Konflikte unter den Kindern und Jugendlichen achten. Solche Anzeichen können z.B. sein: Heimweh, Zurückziehen aus der Gruppe oder schlechte Stimmung unter den Veranstaltungsteilnehmern. Kommt es sogar schon zu „verbalen Entgleisungen“, sollten die Teamer auf jeden Fall deeskalierend eingreifen, da der Klügere aller Voraussicht nach leider nicht nachgeben wird.

Bei Gefahr: eingreifen

In Gefahrensituationen, insbesondere bei Streit unter den zu beaufsichtigenden Kindern und Jugendlichen muss der Betreuer eingreifen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Reaktion des Teamers der Gefahrensituation entspricht. Unter Umständen kann eine Erinnerung an die „Spielregeln“ verbunden mit einer konkreten Verhaltensanweisung bereits ausreichend sein. Auf Distanz kann selbstverständlich auch einmal die Stimme erhoben werden. Bei Raufereien unter den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen kann und muss der Jugendgruppenleiter gegebenenfalls auch körperlich dazwischen gehen. Falls dies mit der Gefahr verbunden ist, dass der Betreuer selbst auch Blessuren davonträgt, ist ihm dies zuzumuten. Soweit die Angst besteht, aus Versehen einen der Raufbolde zu verletzen, sollte bedacht werden, zu welchen Verletzungen es kommen kann, wenn zu zögerlich oder gar zu spät eingegriffen wird. Auch unter haftungsrechtlichen Aspekten ließe sich ein schnelles und effektives Eingreifen eher rechtfertigen als ein langsames und zurückhaltendes Eingreifen. Dies soll jedoch nicht als Anregung missverstanden werden, aus Übervorsichtigkeit sofort bei jeder Kleinigkeit einzuschreiten.Letztlich geht es um die richtige Balance zwischen Freiraum für die Teilnehmer und Grenzziehung durch die Jugendgruppenleiter.

Fazit

Die Pflicht zum Eingreifen in einer Gefahrensituation ist immer im Zusammenhang mit der Pflicht zur tatsächlichen Aufsichtsführung zu sehen. Ist die konkrete Aufsichtssituation mit besonderen Gefahren verbunden, so erhöht dies die Anforderungen an die Aufsichtsführung und es muss in einer Gefahrensituation entsprechend reagiert werden. Wie Jugendgruppenleiter auf Regelverstöße reagieren sollten, gibt es im Beitrag:

Weiterführende Informationen zu zulässigen und unzulässigen Sanktionen bei Regelverstößen gibt es im Beitrag:

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