Aufsichtspflicht
Die zehn Gebote für Belehrungen

Belehrungen stellen für Teamer eine besondere Herausforderung dar. Einerseits sollen die Kinder und Jugendlichen umfassend über Verhaltensregeln und Gefahrenquellen informiert werden. Andererseits sollen die entsprechenden Ausführungen unterhaltsam dargeboten werden, damit die Kinder und Jugendlichen das Ganze aufmerksam verfolgen und verinnerlichen. Keine leichte Aufgabe, sondern jedes Mal auf``s Neue eine Gratwanderung ! Aus diesem Grund haben wir beruhend auf unseren Erfahrungen einige Tipps für die Gestaltung von Belehrungen zusammengestellt …

1. Du sollst Dich selbst informieren!

Wer andere über Verhaltensregeln und Gefahrenquellen belehren soll, muss selbst über die Gegebenheiten am Veranstaltungsort und die Teilnehmer informiert sein. Sinnvoll ist auch eine Checkliste der anzusprechenden Punkte, damit nichts wichtiges vergessen wird.

2. Du sollst das Wort „Belehrung“ nicht benutzen!

Das Wort „Belehrung“ sollte nach Möglichkeit ganz vermieden werden. Nach unserer Erfahrung verbinden Kinder und Jugendliche mit Belehrungen langweilige Vorträge. Belehrungen sollten daher in Spiele eingebunden werden. Welche Spiele sich anbieten, hängt vom Alter der Teilnehmer ab.

3. Du sollst am Veranstaltungsbeginn belehren!

Belehrungen können bereits mit der Bestätigung der Anmeldung als Hinweise zur Veranstaltung vor der Anreise erfolgen. Sicherheitshalber sollten aber unmittelbar nach Veranstaltungsbeginn nochmals die wichtigsten Punkte angesprochen werden.

4. Du sollst keine Predigt halten!

Langatmige Monologe oder Moralpredigten mit erhobenem Zeigefinger bringen gar nichts. Die Kinder und Jugendlichen schalten sprichwörtlich ab. Sinnvollerweise sollten die Teilnehmer daher in die Belehrungen einbezogen werden. Verhaltensregeln können auch zusammen mit den Teilnehmern aufgestellt werden. Die gemeinsam aufgestellten Regeln werden später auch eher akzeptiert als vorgegebene Regeln.

5. Du sollst in der Sprache der Kinder sprechen!

Bei Belehrungen sollten immer Alter und Entwicklungsstand der Teilnehmer berücksichtigt werden. Während kleineren Kindern viel gezeigt werden muss, sollten Jugendliche als Heranwachsende ernst genommen werden. Wer bei den Belehrungen den falschen Ton trifft, wird leicht als Langweiler oder Oberlehrer abgestempelt.

6. Du sollst nicht in abstrakten Gleichnissen belehren!

Belehrungen sollten sich immer auf die konkreten Gegebenheiten beziehen. Der Umgang mit Werkzeugen sollte beispielsweise vorgeführt werden. Abstrakte Ausführungen gehen zumeist zum einen Ohr hinein und zum anderen Ohr hinaus.

7. Du sollst auf die Kinder in der letzten Reihe achten!

Selbst wenn Belehrungen in Spiele eingebunden werden, stehen meist einige Teilnehmer abseits. Diese Kinder und Jugendlichen sollten gezielt angesprochen werden.

8. Du sollst nachfragen!

Belehren allein genügt nicht ! Wenn Zweifel bestehen, ob die Teilnehmer die Belehrungen verstanden haben, sollte nachgefragt werden.

9. Du sollst überzeugen!

Verhaltensregeln werden eher akzeptiert, wenn erklärt wird, warum die Regeln erforderlich sind.

10. Du sollst noch mal belehren!

Ganz egal, wie gut die Belehrungen präsentiert worden sind: Regeln sind da, um gebrochen zu werden ! Da hilft nur eins: Noch mal belehren, konkrete Gebote aussprechen, klare Verbote formulieren.

Fazit:

Belehrungen müssen nicht zwangsläufig als nervtötende Vorträge präsentiert werden. Wesentlich effektiver ist die Einbindung in Spiele. Je nach Altersstruktur der Teilnehmer kann es sinnvoll sein, nach Altersklassen getrennte Belehrungsaktionen durchzuführen.

Erfahrungsgemäß werden Belehrungen früher oder später vergessen oder missachtet. Es ist daher durch eine tatsächliche Aufsichtsführung sicherzustellen, dass in Gefahrensituationen schnell und effektiv eingegriffen werden kann. Tipps zur Aufsichtsführung gibt es im Beitrag:

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