Aufsichtspflicht
Vertrauen ist gut – Aufsicht ist besser !

Insbesondere bei Kinder- und Jugendgruppen ist es an der Tagesordnung, dass Belehrungen wie auch Gebote und Verbote „im Eifer des Gefechts“ vergessen werden. Gerade zu Beginn von Veranstaltungen kommt es häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern untereinander einerseits sowie zwischen einzelnen Teilnehmern und den Jugendgruppenleitern andererseits. Hintergrund derartiger Auseinandersetzungen sind häufig Konflikte um den sozialen Rang in der Gruppe. Da die soziale Rangordnung in der Gruppe ohnehin in irgendeiner Weise geklärt wird und es auch nach einer entsprechenden Klärung immer mal wieder zu Konflikten kommen wird, reichen Belehrungen und klare Verhaltensregeln natürlich nicht aus, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Erforderlich ist vielmehr eine tatsächliche Aufsichtsführung und Überwachung der Kinder und Jugendlichen, um als Teamer gegebenenfalls rechtzeitig eingreifen zu können.

Allgemeine Vorgaben der Rechtsprechung

Die Gerichte betonen in Rechtsstreitigkeiten um vermeintliche Aufsichtspflichtverletzungen immer wieder, dass sich die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Aufsichtführung nach den jeweiligen Umständen des konkreten Einzelfalles richten. Das Maß der gebotenen Aufsicht bestimmt sich nach Alter, Eigenart und Charakter der zu beaufsichtigenden Kinder und Jugendlichen. Inhalt und Umfang der Pflicht zur tatsächlichen Aufsichtsführung und Überwachung richten sich also danach, was nach den persönlichen Eigenschaften des Aufsichtsbedürftigen und den sonstigen Gegebenheiten des Einzelfalles zum Schutze Dritter oder des Jugendlichen selbst erforderlich ist und dem Aufsichtspflichtigen nach seinen Verhältnissen zugemutet werden kann.

Vorgabe von Kriterien

Das vermeintliche Fehlen von klaren Vorgaben der Rechtsprechung stellt sich bei näherem Hinsehen als Trugschluss dar. Tatsächlich lassen sich der Rechtsprechung eine ganze Reihe von Kriterien entnehmen, aus denen sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ergeben. Die Kenntnis der entsprechenden Kriterien ist daher unabdingbares Rüstzeug für Jugendgruppenleiter:

Fazit

Auch wenn Gerichte stets im Einzelfall über das Vorliegen einer Aufsichtspflichtverletzung urteilen, lassen sich den Entscheidungen grundsätzliche Maßstäbe für die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Aufsichtsführung entnehmen. Eine Checkliste für Jugendgruppenleiter gibt es unter:

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