Aufsichtspflicht
Checkliste Aufsichtsführung für Jugendgruppenleiter

Ob die Pflicht zur tatsächlichen Aufsichtsführung und Überwachung ordnungsgemäß erfüllt wird, lässt sich anhand einfacher Kriterien überprüfen:

1. Weiß der Jugendgruppenleiter, wo sich die Teilnehmer befinden?

Eine Überwachung auf Schritt und Tritt ist sicher nur bei sehr jungen Teilnehmern nötig. Je älter die Kinder und Jugendlichen sind, desto weniger Beaufsichtigung „auf Schritt und Tritt“ ist erforderlich. Der Teamer muss aber jederzeit wissen, wo sich die zu beaufsichtigenden Teilnehmer aufhalten. Generelle Maßstäbe gibt es indes nicht. Entscheidend sind die konkreten Umstände des Einzelfalles.

2. Weiß der Jugendgruppenleiter, was die Teilnehmer tun?

Das erforderliche Maß der erforderlichen Aufsicht richtet sich unter anderem nach der Art der Beschäftigung der Teilnehmer. Wer als Teamer nicht weiß, was die zu beaufsichtigenden Teilnehmer tun, kann auch nicht beurteilen, welches Maß an Aufsicht erforderlich ist.

3. Hat der Jugendgruppenleiter alles getan, um gefährliche Situationen zu vermeiden?

Liegen Informationen über Eigenheiten der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen vor? Machen Gefahrenquellen mehr Aufsicht erforderlich? Sind die Veranstaltungsteilnehmer ausreichend belehrt worden ? Ergeben sich in der konkreten Aufsichtssituation aus dem Verhalten der Kinder und Jugendlichen Anhaltspunkte dafür, dass aufgestellte Regeln nicht eingehalten werden oder Belehrungen missachtet werden? Diese Fragen sollten immer im Hinterkopf behalten werden. Gegebenenfalls muss entsprechend reagiert werden.

4. Sind aufgrund der Persönlichkeit der Teilnehmer zusätzliche stichprobenartige Kontrollen erforderlich?

Jede Gruppe ist anders. Manches Mal stellt sich im Verlauf einer Veranstaltung heraus, dass aufgrund der Persönlichkeit einzelner oder mehrerer der Teilnehmer mehr Aufsicht erforderlich ist. Darauf muss reagiert werden.

5. Kann der Jugendgruppenleiter gegebenenfalls schnell und effektiv eingreifen, um Verletzungen oder Schäden zu vermeiden?

Der Teamer soll Verletzungen und Schäden sowohl der Veranstaltungsteilnehmer als auch außenstehender Dritter vermeiden. Daher muss für den Teamer die Möglichkeit bestehen, in gefährlichen Situationen einzugreifen.

Fazit

Wenn die Betreuer zu Beginn einer Veranstaltung ordnungsgemäß belehren, ist das sicher eine gute Basis, aber keineswegs ausreichend. Gerade bei Veranstaltungen „fern der Heimat“ unter Gleichaltrigen besteht die Gefahr, dass Regeln übertreten oder „vergessen“ werden. Die sollten daher stets wissen, wo die Teilnehmer sind und was diese tun. Damit gegebenenfalls rechtzeitig eingegriffen werden kann, ist im übrigen ausreichend Aufsicht zu führen.

Allgemeine Hinweise zur Aufsichtsführung gibt es im Beitrag:

Weiterführende Informationen zum Eingreifen in Gefahrensituationen gibt es im Beitrag:

Gerne können Sie auf unsere Beiträge verlinken. Über eine entsprechende Mitteilung vorab würden wir uns freuen.